Schönheitsmedizin

Haartransplantation

Ursachen

Haarausfall ist bei beiden Geschlechtern durch erbliche und hormonelle Faktoren oder durch Altern bedingt. Auch Unfälle wie Verbrennungen, Hautkrankheiten oder Bestrahlungstherapie bei Tumorleiden können Ursache eines Haarverlustes sein.

Behandlungsmöglichkeiten

Der Haarausfall betrifft meistens die vordere Haaransatzlinie bzw. die Scheitelregion. Der Hinterkopf behält praktisch immer seine ursprüngliche Haardichte bis ins hohe Alter. Bei Frauen betrifft der hormonell bedingte Haarausfall in der Regel die Scheitelregion; die vordere Haaransatzlinie bleibt meistens normal.

Eine annähernd naturgetreue Wiederherstellung der Haardichte an der vorderen Haaransatzlinie bzw. im Scheitelgebiet wird erreicht, indem Transplantationen von Eigenhaar des Hinterkopfes vorgenommen werden: Die bestehenden Eigenhaare werden quasi umverteilt. Durch diese Art von Eingriff können Stirn-, Teil- und Wirbelglatzen korrigiert werden.

Die Operation erfolgt schmerzfrei und ambulant in sogenannter Dämmeranästhesie. Dabei wird ein haartragender Hautstreifen vom Hinterkopf entfernt. Die darin liegenden Haarwurzeln werden mikrochirurgisch herauspräpariert und in die gewünschten Bereiche eingesetzt. Die Verfeinerung der vorderen Haarlinie erfordert die Anwendung von Mikrotransplantaten, welche nur eine einzige Haarwurzel (Follikel) haben. Hinter der vorderen, locker strukturierten Haaransatzlinie werden Transplantate mit 2-3 Haarwurzeln eingesetzt, um eine optisch ausreichende Dichte zu erreichen.

Nach dieser Methode der mikrochirurgischen Follikeltransplantation können in einer Operationssitzung bis zu 1500 Transplantate (entspricht ca. 4500 Follikel) eingesetzt werden. Für ein optisch gutes Resultat (je nach der zu behandelnden Fläche und der gewünschten Haardichte) braucht man bis zu drei Operationen. Die meisten Patienten, welche nach dieser Methode behandelt werden, sind nach 1-2 Eingriffen mit der erreichten Haardichte bereits zufrieden.

Haartransplantationen werden meistens ab dem 25. Altersjahr durchgeführt und bedürfen einer kompetenten ästhetisch-chirurgischen Beratung. Dabei wird die Beschaffenheit des Haarbodens, die Qualität (Farbe, Kaliber, Dichte) der bestehenden Haare und der Reifegrad der noch vorhandenen Haare im Haarausfallgebiet genauestens definiert. Die erhobenen Befunde werden dann mit der Haarsituation der nächsten Familienangehörigen und der Eltern verglichen. Auf diese Weise kann eine ungefähre Prognose der zu erwartenden Haarsituation der kommenden Jahre erstellt werden. Die zu behandelnde Fläche der Kopfhaut, die gewünschte Haardichte und die Spendenregion im Hinterkopf sind alles Faktoren, die das Resultat bestimmen. Somit ist es ersichtlich, dass eine Konsultation zur wiederherstellenden Haarchirurgie eine sehr eingehende Zusammenarbeit zwischen dem Patienten/der Patientin und dem Haarchirurgen verlangt. „Give me time, I’ll give you hairs.”

Die moderne Haartransplantation setzt eine jahrelange Erfahrung in Mikrochirurgie und eine entsprechende klinische Spezialausbildung voraus. Deswegen gehört die Haartransplantationschirurgie in die Hände eines dazu spezialisierten Arztes, der seinen Wissenstand durch regelmässigen Besuch von Kongressen und Fortbildungsanlässen auf neuestem Niveau hält. Wir empfehlen deshalb, dass der Patient seinen Chirurgen bittet, Fotos von früheren Resultaten zu zeigen. Besonders wichtig ist die Gestaltung der vorderen Haarlinie, welche gut sichtbar Auskunft über die Arbeitsqualität gibt.

Die transplantierten Haare bleiben zuerst einige Monate in einer sogenannten Ruhephase weil sie zuerst Nerven- und Blutgefässverbindungen mit dem umliegendem Gewebe aufbauen müssen. Nach etwa vier Monaten fangen die Haare an zu wachsen. Das Resultat des einzelnen Eingriffes ist ungefähr nach einem halben Jahr zu sehen.

Die transplantierten Haare haben die gleiche Beschaffenheit und die Wachstumsgeschwindigkeit wie die Haare im Hinterkopf und werden nach der obgenannten „Wartezeit“ zeitlebens normal weiter wachsen. Eine grosse Operation nach dieser Methode ist aus ökonomischen und zeitlichen Gesichtspunkten für den Patienten sinnvoller als mehrere kleinere Eingriffe, welche zu einem definitiven Resultat einen bedeutend höheren finanziellen und zeitlichen Aufwand verlangen.